Gegenüberstellung: Edward Snowden verloren, Rusty gefunden

Floyd Kommentieren Polit(r)i(c)k

Die Titelseite der kostenlosen Zeitung Express, die von der Washington Post verlegt wird, zeigt eine Gegenüberstellung von Edward Snowden und Rusty, einem kleinen Pandabär. Sorry, aber das ist so gut.

Lost: NSA leaker remains out of sight as U.S. presses Russia to cooperate.
Found: Rusty the red panda goes AWOL from the zoo — and Washington goes wild.

snowden lost rusty found
Edward Snowden lost – Rusty found

Zur Aufklärung: Informatiker sind Täter und bedienen sich des Kokses

Floyd 5 Kommentare Lachnummer, WWW

Ein Leserbrief aus dem Züricher Tagesanzeiger, der am 27.06.2005 erschien. Der Leserbrief bezieht sich auf den Artikel „Der Täter macht sich zum Richter“ von Gerichtspsychiater M.Kiesewetter. Hey, keine Ahnung was in dem Artikel stand, aber der Leserbrief spricht für sich.

Leserbrief Züricher Zeitung Informatiker sind Täter
Leserbrief „Viele Informatiker sind Täter“ in der Züricher Zeitung vom 27.06.2005

Viele Informatiker sind Täter; sie haben beispielsweise Sexualdelikte begangen oder sind verantwortlich für Bluttaten in der eigenen Familie. Meiner Meinung nach ist ihr Gehirn in der Informatiktechnik außer Kontrolle geraten. Bekanntlich bedienen sich Informatiker des Kokses. Das steigert die Fantasie, und sie können effizienter und kreativer programmieren. Kein Wunder, wenn bei Leuten, die tagaus, tagein Zugriff auf alles haben, was die Welt im Internet anbietet, die Fantasie-Sicherungen druchbrennen. Ich bin überzeugt, dass es Aufsichtsorgane für Informatiker braucht, die mögliche Täterschaften frühzeitig aus dem Verkehr ziehen.

Update: Hier noch eine Antwort aus dem Informatikumfeld zum Leserbrief:

Eine Mail an den Verfasser des Leserbriefes
Eine Mail an den Verfasser des Leserbriefes

P.S. Mir ist bewusst, dass das Teil alt ist, aber ich hatte einfach Lust das zu posten.

Tina Gaedt, die Bild Zeitung, ein mutmaßlicher Mord in Stuttgart und die Protestbewegung gegen Stuttgart 21

Floyd 4 Kommentare Der letzte Fake

In Stuttgart kam es vor einigen Tagen zu einem mutmaßlichen Mord. Die Polizei vermutet, dass der 46-jährige Mann seine Freundin, 59 Jahre alt, ermordet hat. Bisher fehlt von der Frau jede Spur, der Mann wurde in der Schweiz tot aufgefunden. Die Polizei vermutet einen Suizid. Der Max hatte ja bereits darüber berichtet. Noch ist allerdings alles Spekulation, auch wenn es Indizien für einen Mord gibt. Jetzt kann man entweder „rational“ darüber berichten, wie z.B. die Stuttgarter Zeitung, die als Überschrift „Mann soll seine Lebensgefährtin getötet haben“ titelte.

Die Bild Zeitung

Tina Gaedt, die für die Bild Zeitung Stuttgart arbeitet, folgte der Blattlinie und bastelte aus einer Vermutung einen blutrünstigen Stuttgart 21 Killer, der jeden von der Politik verfolgten Egoshooter um ein Vielfaches übertrifft. „Der Killer aus dem S21 Baumhaus“ und viele weitere Plattitüden prasseln auf die geneigten Leser ein.

Bild Zeitung vom 05.03.2013
Bild Zeitung vom 05.03.2013

Die Steigerung der „Story“

Online hat die Bild zunächst von einem „Friedens-Aktivisten“ und einem Paar aus der „Esoterik-Szene“ berichtet. Da ich Bild aus Prinzip nicht verlinke, müsst ihr entweder die Suchmaschine eurer Wahl bedienen, oder mir vertrauen, was ich schreibe. Die ganze Geschichte wurde dann in Bildzeitung-Sensations-Lust weiter gesteigert. Von „S21 Aktivist tötet seine Freundin“ über „So brutal war der Killer zu seiner Freundin“, usw.

Bild Zeitung vom 05.03.2013
Bild Zeitung vom 05.03.2013

Ein Zusammenhang der keiner ist

Über die Wortwahl der Bild Zeitung muss ich kein Wort verlieren. Aus journalistischer Sicht ist es eine unterirdische „Leistung“, bei diesem wohlgemerkt immer noch mutmaßlichen Mord, einen Zusammenhang zwischen einer Protestszene und einem Paar herzustellen. So schafft es die Bild, dass die gesamte Protestbewegung eines Bahnhofs-Projektes auf einmal in einem kriminellen Umfeld dargestellt wird. Ich hoffe, dass die meisten Menschen schlau genug sind, diesem Axel Springer Bluff nicht aufzusitzen. Verantwortungsvoller Journalismus sieht anders aus. Und bitte kommt mir nicht mit „So ist die Bild Zeitung halt“. Das finde ich Bullshit, denn wie hat es Judith Holofernes von „Wir sind Helden“ damals so schön geschrieben:

Die BILD -​Zei­tung ist kein au­gen­zwin­kernd zu be­trach­ten­des Trash -​Kul­tur­gut und kein harm­lo­ses “Guil­ty Plea­su­re” für wohl­fri­sier­te Auf­stre­ber, keine wit­zi­ge so­zia­le Re­fe­renz und kein Li­fes­tyle -​Zi­tat. Und schon gar nicht ist die Bild -​Zei­tung das, als was ihr sie ver­kau­fen wollt: Hass­ge­lieb­tes, aber wei­test­ge­hend harm­lo­ses In­ven­tar eines ei­gent­lich viel schlaue­ren Deutsch­lands.

Die Bild­zei­tung ist ein ge­fähr­li­ches po­li­ti­sches In­stru­ment – nicht nur ein stark ver­grö­ßern­des Fern­rohr in den Ab­grund, son­dern ein bös­ar­ti­ges Wesen, das Deutsch­land nicht be­schreibt, son­dern macht. Mit einer Agen­da.

Die eigentliche Tragik

Meine Empathie gehört den beiden an dieser Tragödie beteiligten Menschen. Inständig hoffe ich, dass Laya noch am Leben ist und ihre Verwandten und Freunde sie wieder in die Arme schliessen dürfen. Denn was bei all dem journalistischen Mist vor allem vergessen wird sind die Menschen. Es sind eben nicht nur Stories, reisserische Headlines, etc. Nein, dahinter stehen Menschen, die ein wenig mehr Respekt verdient haben, als es uns die Bild wieder einmal zeigt.

Klickstrecken: die Arschgeweihe des Internets

Floyd 12 Kommentare Gedankenfetzen, WWW

Anlass für diesen Post war ein Beitrag auf Facebook. Dort wurde zum Wahlomat der Stuttgarter Zeitung verlinkt. Alle Fragen des Wahlomats waren in einer Klickstrecke angelegt. Total unsinnig. Überrascht war ich, dass vielen Usern der Sinn einer Klickstrecke immer noch nicht bewusst ist. Geld verdienen. Auch wenn die IVW ((Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern) die Relevanz von Page Impressions 2010 einschränken wollte, die Klickstrecken blieben.

Zuerst wolle ich unendlich viele Bilder aneinandereihen. Dann habe ich gegoogelt und fand heraus, dass Marcel-André bereits 2010 genau das veröffentlichte, was mir so vorschwebte. Nur besser. Sascha Rheker stach zum Beispiel eine sinnlose Klickstrecke der Stuttgarter Zeitung ins Auge. Fast alle Klickstrecken sind sinnlos. Kombiniert man Klickstrecken jetzt noch mit dem Leistungsschutzrecht und Paid Content, der ab 2013 bei einigen Verlagen geplant ist, so kann man nur zu einem Ergebnis kommen: die spinnen, die Römer! Wenn du zu einem anderen Ergebnis kommst, darfst du das gerne in den Kommentaren mitteilen. Danke.

Aufgabengebiet erweitern: Redakteure der Schwäbischen Zeitung als Zusteller

Floyd Kommentieren Der letzte Fake

So witzig sich das liest, so ernst scheint es zu sein. Die Schwäbische Zeitung hat ein Problem: zu wenige Zusteller. Mag es an der Arbeitszeit der frühen Morgenstunden liegen oder an der schlechten Bezahlung. Im Eifer eines kreativen Ergusses kam die Idee: Redakteure der Zeitung dürfen die Zeitung persönlich zustellen.

Schwäbische Zeitung - von Redakteuren deines Vertrauens zugestellt
Schwäbische Zeitung - zugestellt von Redakteuren ihres Vertrauens

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