republica 2013: Review Tag 1 mit Sketchnotes, Kathrin Passig, gemachten YouTube Stars und Sascha Lobo

Floyd 2 Kommentare WWW

Da ist sie wieder, die digitale Bohéme, versammelt in der Station Berlin. Der Ort mit der höchsten iPad, MacBook, iPhone Dichte in Berlin. Der erste Tag war für mich persönlich mehr mit Arbeit gefüllt, als mir Panels anzusehen, aber ist nicht so schlimm. Was habe ich mir heute angesehen?

Sketchnotes

Anna Lena Schiller und Ralf Appelt haben sowohl digital, als auch analog gezeigt, wie man Sketchnotes erstellt. Sternenmännchen, Schattenwurf, Farben, etc. Wobei Ralf irgendwie auf schwarz und grau als Zweitfarbe schwört. Während Anna Lena digital unterwegs war, nutzte Ralf das gute alte Flipchart. So konnte man also lernen, dass ein Stern gar kein Stern, sondern ein Männchen ist, wie man mit geometrischen Figuren Gegenstände skizzieren kann und vieles mehr. Das coolste am Vortrag war, dass auf einmal so ein kleines Kind zu mir gekrabbelt kam und die ganze Zeit an meinem Fuß umhergespielt hat, während die Mutter der Kleinen fleißig die Übungen skizzierte. Lustiges Fußspiel-Kind, netter Workshop.

YouTube macht die Stars von heute

Nette Gesprächsrunde mit 3 erfolgreichen YouTubern, Christoph Krachten von Mediakraft und Hannes Jakobsen von YouTube. Moderiert wurde das Panel von Johnny Haeusler. Tja, was soll man sagen? Durch die Arbeit an Netzgemüse haben Johnny und Tanja durch ihre eigenen Kinder die Welt von YouTube neu entdeckt? Zumindest gibt es einige deutschsprachige YouTuber, die eine tolle bis unglaubliche Abonnentenzahl vorlegen können. LeFloid hat also sage und schreibe 613.000 Abonnenten. Boah, krass. Simon W. (ungespielt) bringt es auf knapp 90.000 Abonnenten, während es Amy Herzstark auf knapp 30.000 Abonnenten bringt.

Viel spannender als dieser ganze Zahlenquatsch war für mich aber die Erkenntnis, wie humorvoll und selbstverständlich diese ganzen Menschen mit dem Medium umgehen. Hey, vergiss die alten Diskussionen mit „Boah, der ist nicht mehr real, der hat jetzt Werbung vor den Videos“ und so. Ne, die erziehen sich selbstbewusst ihre Zuschauer dahin, dass es Sinn macht, durch Werbung ein paar Euronen einzunehmen. Reichtum wird dadurch keiner erreichen und irgendwie erinnert es stark an die alte Bloggerdiskusssion. Während die Blogger da teilweise immer noch festhängen, gibt es eine unverkrampfte Generation, die das als selbstverständlich ansieht. Schliesslich investiert man das meiste gleich wieder in besseres Equipment, etc., um qualitativ bessere Videos zu produzieren. Leider kam Amy Herzstark etwas wenig zu Wort, wohingegen LeFloid sehr genau wusste, wie er die Plattform republica für sich nutzen kann. Gefühlt gab er 75% der Antworten auf die gestellten Fragen.

Doch auch das ist egal. Ich fand es herrlich entspannt zu erleben, wie unverkrampft und spielerisch mit dem Medium umgegangen wird, ohne dabei in die Banalität abzudriften.

Mass Customization – da geht noch mir

Letztes Jahr fand ich Kathrin Passig super. Dieses Jahr war ich eher enttäuscht. Ausser einer unterschwelligen Werbung für zufallsshirt.de, einer Webseite, die sie betreibt, hat mir der Ausblick des Vortrages gefehlt. Am Ende ging sie zwar noch mal auf mögliche Richtungen ein, in die sich Mass Customization entwickeln könnte, aber das konnte mich auch nicht wirklich überzeugen. Sorry.

Sascha Lobo: Machen

Klar, der alte Haudegen hat wieder mal einen Überraschungsvortrag rausgehauen. Heute hat er mich mal wieder begeistert, da sich sein Vortrag rund um die Netzgemeinde drehte. Da spielte es auch keine Rolle, dass die Videos in seiner Präsentation nicht laufen wollten. Die Piraten kamen ein bisschen Seitenhiebe ab. Doch generell stellte Lobo die Frage, wie wir mit den ganzen Negativmeldungen in Bezug auf das Internet nun weitermachen könnten. Leistungsschutzrecht, die Pläne der Telekom die Flatrte abzuschaffen, usw. Beispiele gibt es genug, aber einen Punkt hat er völlig richtig herausgearbeitet. In dem Wörtchen „Netzpolitik“ steckt eben ein sehr großer Anteil „Politik“, wo man versuchen muss, Politiker sämtlicher Lager zu überzeugen. Je nach Anliegen varrieren zwar die Parteifarben, aber man muss lernen, mit diesen zu arbeiten und sie für die eigenen Überzeugungen zu gewinnen.

Was aber noch eine viel wichtigere Erkenntnis war: „Wir haben unsere Blogs vernachlässigt.“ Richtig und das schreibe ich nicht, weil ich hier selbst einen Blog schreibe. Bei all dem Teilen und Vernetzen vergessen wir einfach eine zentrale Anlaufstelle zu haben. Das kann nicht Facebook oder Twitter sein, oder? Mit diesem Hintergedanken haben Sascha Lobo und Felix Schwenzel die Webseite „Reclaim Social Media“ ins Leben gerufen. Alles, was man in sozialen Netzwerken teilt, kann man sich so wieder aufs eigene Blog holen und einbinden. Ein Set von WordPress Plugins hilft dabei. Ich habe mir das noch nicht genau angesehen, aber es hört sich erstmal interessant an. Auch Beiträge von Freunden kann man einblenden. Alles ist filterbar nach den diversen Social Media Kanälen. Somit kann man den Bloglesern noch einen zusätzlichen Mehrwert bieten und vor allem selbst stöbern, was man wo so von sich gegeben hat ;)

P.S. Nebenbei habe ich noch René und Daniel getroffen.

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