Antroposophie, Homöopathie, klassische Schulmedizin? Eltern stellen sich viele Fragen. Hat man jedoch einen für sich geeigneten Weg gefunden, dann steht man manchmal vor Problemen.
Dieser kurze Artikel soll ohne Wertung sein. Ohne Wertung? Nein, das geht leider nicht, denn dafür bin ich zu sehr befangen. Folgende kleine Szene trug sich heute morgen in der Apotheke zu: mit einem homöopathischen Rezept in der Tasche mache ich mich auf den Weg zu unserer Apotheken-Meile. Fünf Apotheken im Abstand von gefühlten 300 Metern. Los geht´s. Die Tür öffnet sich.
Apotheke 1:
Ich: “Guten Tag, ich hätte gerne folgendes Mittel in 50g Dosierung, bitte.”
Apothekerin: “Das haben wir nicht vorrätig, ich könnte es bestellen, dann wäre es bis Montag da.”
Ich: “Gibt es eine Möglichkeit das Mittel noch heute zu bekommen, da wir es dringend benötigen.”
Apothekerin: “Nein, das geht frühestens am Montag.”
Ich: “Dankeschön, dann schaue ich nochmal weiter. Auf Wiedersehen.”
Apotheke 2:
Ich: “Guten Tag, ich hätte gerne folgendes Mittel in 50g Dosierung, bitte.”
Apothekerin: “Das haben wir nicht vorrätig, ich könnte es bestellen, dann wäre es bis Montag da.”
Ich: “Gibt es eine Möglichkeit das Mittel noch heute zu bekommen, da wir es dringend benötigen.”
Apothekerin: “Nein, das geht frühestens am Montag.”
Ich: “Dankeschön, dann schaue ich nochmal weiter. Auf Wiedersehen.”
Ja, der Dialog war exakt der gleiche. Das ist kein Fehler.
Apotheke 3:
Das gleiche Spiel.
Apotheke 4:
Das gleiche Spiel.
Apotheke 5:
Ich: “Guten Tag, ich hätte gerne folgendes Mittel in 50g Dosierung, bitte.”
Apothekerin: “Das haben wir nicht vorrätig, ich könnte es bestellen, dann wäre es bis Montag da.”
Ich: “Gibt es eine Möglichkeit das Mittel noch heute zu bekommen, da wir es dringend benötigen.”
Apothekerin: “Ich verstehe Sie sehr gut, aber bedenken Sie, wir leben hier in einem Stadtteil, in dem homöopathische Mittel maximal 3x im Monat verlangt werden. Unsere Ärzte in der Nachbarschaft können damit nicht so viel anfangen. Ich selbst behandle alle meine Kinder homöopathisch. Auch ich muss immer erst alles bestellen. Es ist natürlich sehr aufwendig. Wenn ein Kind krank wird, dann bekommt es 10 Mittelchen, die dann alle in einem bestimmten Rhythmus einzunehmen sind. Das ist sehr zeit,- und kontrollaufwendig. Die meisten Eltern wollen Ihrem Kind einfach ein Zäpfchen ins Ärschle schieben, damit ist dann alles erledigt. (Anmerkung: den letzten Satz hat sie in keinem bösen Tonfall gesagt.)”
Ich:“Na dann. Vielen Dank für Ihre Mühe. Dann werde ich mal weitersuchen und notfalls in die 35 Kilometer entfernte Klinik fahren und uns dort das Mittel besorgen. Auf Wiedersehen.”
Für mich geht es in der Geschichte nicht um folgende Fragen: “Wie behandelt man seine Kinder?” oder “Welche Medizin brauchen unsere Kinder?” oder “Kinder, wie behandeln wir euch?” Hier trifft jeder für sich eine Entscheidung. Für mich wäre es einfach nur schön zu sehen, wenn Apotheken in gleichem Ausmasse mit homöopathischen Mitteln versorgt wären, wie mit den “klassischen” Produkten der Pharmamedizin. Mit “versorgt sein” meine ich diese Mittel auch auf Vorrat zu haben.
Doch leider steckt hinter der Homöopathie keine Lobby, oder?
Tags: antroposophie, apotheke, homöopathie, schulmedizin
UND WAS NUN?