Spickzettel de Luxe

Floyd Kommentieren Der letzte Fake

Habt ihr in der Schule Spickzettel verwendet? Ich war ja so naiv und dachte ein Zettel im Schulmäppchen sei das ultimative Versteck. Erwischt. 6. Schuldig fühlte ich mich bereits vor der 6. Heutzutage sind die Schüler intelligenter. Bob Blume zum Beispiel ließ einen Spickzettel-Test schreiben:

In einer Vertretungsstunde in der Klasse führte ich ein Gespräch darüber, ob es (wie von einigen Zeitungen als Teufel an die Wand gemalt) stimme, dass immer mehr mit dem Handy und Smartwatches getrickst würde. Nachdem mir die Schüler_Innen berichtet hatten, dass dies nicht der Fall war, kam der Gedanke an einen (nicht gewerteten) Test, bei dem jeder spicken könne. Die Schüler_Innen, die es schaffen würden, den Spickzettel zu nutzen, würden ein Eis bekommen (natürlich bekommen alle eins, ich bin ja nicht so).

Das hier ist ein Teil der Spickzettel, die Bob Blume nicht entdeckte und die ich mit freundlicher Genehmigung zeigen darf. Ich finde so einen Test genial. Als Schüler hätte ich mich allerdings gefragt, warum ich dem Lehrer nach dem Test meinen Spickzettel zeigen soll. Vor allem wenn ich nicht entdeckt wurde ;)

spickzettel apfelschorle

spickzettel apfelschorle

spickzettel uhu stick klebestift

Das Blog von Bob Blume kann sich der geneigte Leser gerne abonnieren. Da stehen ganz gute Beiträge, wie zum Beispiel „Smartphones im Klassenzimmer„. Auf Twitter findet man weitere tolle Dinge, wie diesen Stempel:

Sehr gute Antwort. Wären wir auf Twitter ich würde sie retweeten
Foto: @Legereaude

P.S. Latein war mein Lieblingsfach. Da machte ich mir am Ende nicht mal mehr die Mühe, einen Spickzettel zu schreiben. Ich setzte mich hinter die Klassenbeste, die meist 15 Minuten vor Ende des Tests fertig war. Dann hob sie, nicht ganz freiwillig ihr Blatt und ich schrieb alles fein säuberlich ab. Was war ich froh, als Latein nach der 11. Klasse endlich vorbei war. Und Chemie. Und Physik.

Gravitation mit Tuch und Murmeln erklären

Floyd 1 Kommentar So schön

Dan Burns erklärt Lehrern Gravitation auf eine sehr anschauliche Art und Weise, die ich mir während meiner Schulzeit gewünscht hätte. Wir haben Gravitation nur mit Formeln berechnet und diese stupide auswendig gelernt. Davon ist heute natürlich nichts mehr in meinem Kopf. Die Schüler dieser Lehrer werden aber in den Genuss einer anschaulichen Erklärung kommen. Hoffe ich.

Gravity Map of the Moon
Foto: NASA Goddard Photo and Video / CC BY 2.0 / Ausschnitt angepasst


(Video Direktlink – via reddit)

Wie Musharaf Asghar mit Hilfe von Musik das Stottern besiegt

Floyd Kommentieren Menschenskinder, Musik, So schön

Erinnert ihr euch noch an eure Schulzeit? Rückblickend stelle ich fest, dass es immer Außenseiter gegeben hat. Wie armselig war das damals? Aus Selbstschutz hat man vielleicht einfach mitgemacht, nur um nicht selbst als Außenseiter abgestempelt zu werden. Ich nehme mich da ausdrücklich nicht aus. Auch ich habe in einem gewissen Alter manchmal Witze über Mitschüler_innen gemacht. Heute ist mir das total peinlich, aber ich glaube, dass jeder von uns solche Situationen kennt.

Musharaf Asghar

Education Yorkshire ist eine 8-teilige britische Dokumentation, die das tägliche Leben von Schüler_innen und Lehrer der Thornhill Community Academy in Dewsbury, West Yorkshire, begleitet. Zitat Wikipedia:

The school had had a bad reputation and was among the 6% of the worst performing schools in England, with a 2007 Ofsted report describing it as „below average“. Mitchell became headmaster in September 2011 and in 2012 it became the most improved school in the Yorkshire area and reached the top 6% of schools nationally.

Warum die Schule so einen rasanten Qualitätsanstieg erreichte liegt wohl an dem Umstand, dass die Beschäftigten der Schule erkannt haben, wie Schule auch funktionieren kann. Außenseiter wurden nicht per se als Außenseiter geboren. Viel wichtiger ist, dass sich Lehrer, Eltern und Schüler gemeinsam und ernsthaft umeinander bemühen und sich Hilfestellungen geben. Das beste Beispiel hierfür ist Musharaf Asghar, der Probleme mit dem Sprechen hatte. Sein Stottern hinderte ihn daran so zu sein, wie es die Allgemeinheit als „normal“ erachtet. Musharaf schreibt dazu:

It has meant that at various points in junior school and during year 7 at Thornhill I got bullied, but as soon as the school found out they really hammered down and made sure the bullying stopped there and then. After that my school life was amazing and I can’t think of anywhere I would rather have gone to school.

Das Mobbing hörte auf, doch nicht nur das. Lehrer und Eltern kümmerten sich um Musharaf, vor allem aber sein Lehrer, Herr Burton. Um für die mündliche Abschlußprüfung gerüstet zu sein, übte Herr Burton mit Musharaf das flüssige Reden. Mit Hilfe von Kopfhörern und Musik gelang letztendlich der Durchbruch. Musharaf hielt sogar eine Rede vor der Abschlußklasse. Ein Kind, das seit seinem 5. Lebensjahr stottert, steht vor ungefähr 200 Menschen (die Kameras nicht zu vergessen) und hält eine Rede. Eine ganz großartige Geschichte.


(Video Direktlink)

Was uns bleibt, ist uns gegenseitig zu stärken und uns zu unterstützen.

Individualisten unerwünscht – bin ich jetzt erwachsen oder nicht?

Floyd 18 Kommentare Gedankenfetzen, Menschenskinder

In letzter Zeit laufen ein paar wirre Gedanken durch meinen Kopf, die ich nicht wirklich gut organisiert bekomme. Und nein, es ist keine Midlife Crisis oder ähnliches, lediglich punktuelle Eindrücke, die ich gerne festhalten möchte. Wundert euch also nicht, wenn in diesen Eindrücken kein roter Faden zu erkennen ist.

Weinendes Kind: D. Sharon Pruitt / CC  BY 2.0
Weinendes Kind: D. Sharon Pruitt / CC BY 2.0

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Aufgepasst Kinder: Ilse Aigner und das Bündnis für Verbraucherbildung

Jawoll, in deutschen Grundschulen passiert in Sachen Ernährungsbildung gar nichts. Und weil das so ist, dachte sich die Ilse „Bilse keiner willse“ Aigner, dass da unbedingt Abhilfe geschaffen werden muss. Ratz Fatz wurde das „Bündnis für Verbraucherbildung“ ins Leben gerufen, das schon jüngste Schüler zu kompetenten Verbrauchern heranziehen will. Was wäre so ein Bündnis aber ohne die entsprechenden Unternehmen, die das ganze Vorhaben mitfinanzieren? Nichts, eben.

Der kleine liebe Ronald McDonald gefällt denn Kindern so gut
Der kleine liebe Ronald McDonald gefällt denn Kindern so gut – The Wu’s Photo Land / CC BY 2.0

Hervorragende Aussichten für die Zukunft

Mit in diesem Bündnis sind Edeka, Metro, Rewe, Tchibo, Procter & Gamble und McDonald´s. Ey Leute, das ist doch jetzt nicht euer ernst, oder? In einer Berliner Grundschule gaben Ilse Aigner, Verbraucherzentralen Vorstand Gerd Billen und der Edeka Chef Markus Mosa, der auch im Vorstand des LobbyvereinsDie Lebensmittelwirtschaft“ sitzt, den Startschuss.

Prima, da hat sich ja ein zukunftsfähiges Bündnis gefunden. Anstatt an den eigenen Produkten etwas zu verändern, wird nun weiter schön die „Mehr Bewegung“ Schiene gefahren. Mit Verlaub gesagt, das geht vollkommen am Thema vorbei.

Liebe Handelsketten: entfernt doch erst mal die Süßigkeiten an euren Kassen und ersetzt sie durch Obst oder Gesundes. Hört auf die Kinder durch eure Gier zu malträtieren. Ihr seid groß und ihr wisst das. Und kommt jetzt nicht mit „Das ist Sache der Eltern“. Ja, was ihr macht ist mit Verlaub gesagt erbärmlich. Ihr missbraucht die Kleinsten für euren Profit und setzt euch dann in ein „Bündnis für Verbaucherbildung“, um den Schülern entsprechendes Material für ausreichende Bewegung mit an die Hand zu geben.

Doch bevor ihr Süßigkeiten und ähnlich gesunde Produkte aus dem Kassenbereich entfernt, werdet ihr wohl eher Spielplätze vor der Türe errichten, damit die kleinen fettleibigen kinder dort noch ein paar Purzelbäume machen können. Man, das macht mich echt sauer!

Liebes goldene M: Spielplätze hast du ja schon vor vielen deiner „Restaurants“. Du weisst wie es geht: erst die Menschen mit fettigem Fast Food dick machen und danach die Kinder rausschicken zum „Spielen“. Anstatt sich über geeignete Kindermenüs Gedanken zu machen, packst du lieber noch ein kleines Spielzeug in die Tüte rein. Immer schön Abhängigkeiten schaffen, das kannst du.

Die Verantwortung der Eltern

Selbstverständlich haben Eltern die große Verantwortung Kinder in einem gewissen, von ihnen als richtig erachteten Bewusstsein, zu erziehen. Dies würde ich niemals bestreiten und ich mache das sehr gerne. ABER: wenn ihr jetzt über ein neu gegründetes Bündnis in die Schulen einziehen, dann widerstrebt mir das, denn dann liegt es nicht mehr nur in meiner Hand, verantwortungsvoll mit den Kindern umzugehen.

Deutscher Schulleiterkongress 2013: Vortrag Prof. Dr. Gerald Hüther

Floyd 6 Kommentare Gedankenfetzen

45 Minuten, die sich lohnen werden. Lasst mal den TV aus und schaut euch lieber das an. Prof. Dr. Gerald Hüther, Präsident der Sinn-Stiftung, Leiter der Zentralstelle für Neurobiologische Präventionsforschung der Universitäten Göttingen und Mannheim/Heidelberg, hielt dieses Jahr den Hauptvortrag des Schulleiterkongresses 2013. Vor allem der Teamgedanke ist enorm wichtig und ich sehe ihn in Schulen kaum umgesetzt.