Dietmar und die Ein-Mann-Sitzblockade in Heidenau

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Momentan scheint Deutschland voller Dietmars zu sein. Die Dietmars stellen keine große Gefahr dar. Die Gefahr sind vielmehr diejenigen, die den Dietmars ihr hohles Gedankengut einimpfen. Manchmal hilft mir so ein Video einfach, diese Menschen besser zu verstehen, oder besser gesagt nicht alle über einen Kamm zu scheren.

Außerdem finde ich es äußerst fragwürdig die Dietmars der Welt digital vorzuführen, wie verblendet und vermeintlich dumm sie doch sind. Und noch steht die Frage im Raum, wer die Mehrheit einer Gruppierung bildet, die auf den Straßen mit ihrer Stimme gegen Flüchtlinge anschreit: Dietmars oder Nicht-Dietmars?


(Video Direktlink)

Das digitale Leben ausmisten

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René hat einen langen verdammt langen unendlich langen Text bei Nerdcore geschrieben, warum er jetzt erst mal ne Pause macht, um in 3 Monaten oder so wieder zurück zu sein:

Gestern habe ich nun schließlich alle RSS-Abos gekündigt, nur eine handvoll habe ich behalten. Das hat seine Gründe in zwei kausalverschränkten Dingen: 1.) Ich werde 3 Monate Blogpause machen und ein bisschen verreisen und 2.) Clickbait.

Die Clickbaiting Debatte läuft bereits geraume Zeit, und alle machen mit: Heftig und Co als Vorbild. Buzzfeed als Vorbild für kreative Agenturen, die wiederum Unternehmen digital beraten. Verlagshäuser, die sich mit ihren Inhalten an den Heftigs und Buzzfeeds der Welt orientieren. Wie tief kann Tiefgang fallen? Sehr hoch. Und weil René richtige Worte findet, noch das:

Interessante, neue und unbekannte Inhalte werden durch Gravitationseffekte in Social Media-Kanälen verdrängt und ersetzt durch:
1.) Neu verpackte, alte und oft „dumbed down“ Inhalte: Buzzfeed-Listen oder neu hochgeladene YT-Videos auf Facebook, oft ohne oder nur mit versteckter Verlinkung, im Prinzip eine nicht-vernetzte Ausbeutung vorhandener Archive, die wir in den letzten 15 Jahren aufgebaut haben.

In meiner Filterbubble existierte damals ein linkes, kritisches Netz. Ich kann mich an keinen Moment erinnern, in dem mir „Junge Union Wähler“ über den Monitor gehuscht wären. Die gab es damals nicht in „meinem“ Internet nicht. Jetzt habe ich die aber da. Was heute jeder als Filterbubble bezeichnet war früher das Internet. Es gab 1 Bubble. Zumindest fühlte es sich für mich so an. Jetzt schwappen häufiger Stories oder Menschen in mein digitales Leben, die ich da gar nicht haben möchte. Forciert durch die Unmenge sozialer Netzwerke da draussen. Früher gab es Twitter (was davor in Foren usw. war lasse ich jetzt mal aussen vor). Inzwischen sind Menschen bei durchschnittlich 5,54 Sozialen Netzwerken angemeldet.

Früher war da mein vermeintlich linkes, empathisches Wohlfühlnetz

Twitter das linke Internet

Diesen Tweet verfasste ich ohne jegliche Häme, ist Twitter doch tatsächlich der Kanal, mit dem nicht wenige Menschen meiner Umgebung irgendwie ein Problem haben. Die häufigste Aussage dabei ist: „Ich weiss nicht, für was Twitter da ist. Was ich damit machen kann.“ In meinem Umfeld wird Facebook, Instagram, Whatsapp, Snapchat etc. genutzt. Twitter höre ich da selten. Dabei schätze ich das schnelle, einfache Vorgehen. Tweeten, Faven, Retweeten. Und natürlich die Schnelligkeit Twitters in Bezug auf Nachrichten.

Doch auch an Twitter geht die Veränderung nicht spurlos vorbei.

Wert ist, wer Follower hat. Wert hat, wer Follower ist.

Natürlich befinden wir uns immer wieder in Phasen der Veränderung, Phasen der Neufindung. René mistet seinen Feedreader aus und überdenkt seine Bloginhalte, während sich andere mit weniger zufrieden geben (Anm.: der Leidensdruck ist noch nicht hoch genug):

Twitter Timeline aufräumen

Letztendlich liegt es nicht an den Menschen da draußen, sondern an einem selbst, wie man die eigenen Lebensstreams geregelt bekommt. Das ist ähnlich wie bei Freundschaften. Manchmal ist man Menschen näher, manchmal nicht. Trotz allem bleiben alle Freunde. Was aber, wenn Menschen sich verändern, so dass man selbst nicht mehr damit klar kommt? Nicht nur, dass immer mehr Webseiten dem gleichen Muster folgen. Auch Menschen, mit denen ich auf Twitter bereits längere Zeit verbunden bin, posten immer mehr irrelevanten Kram. Natürlich nur für mich irrelevant. Vor Monaten nahm ich mir vor, meine Twitter Timeline mal genauer zu beobachten. Aus der Beobachtung heraus werde ich in den nächsten Tagen einigen Menschen entfolgen. Um im Bild einer Liste zu bleiben, hier die zu löschenden und zu erhaltenden Kontakte:

  • Menschen auf Twitter, die so einen ganz bestimmten Humor transporieren.
    Bleiben.
  • Menschen, die relevanten Content erzeugen. (sehr wenige)
    Bleiben.
  • Menschen, mit denen ich persönlich Kontakt habe (sehr wenige, ähm, zwei. Eine davon ist die geliebte Frau, die gemerkt hat, dass ich auf eine Twitter-Direktnachricht schneller reagiere, als auf eine SMS ;)
    Bleiben. Natürlich.
  • Die Blogvermarkter. Menschen, die ständig irgendwelche Dinge in Bezug auf Vermarktung posten, ohne darauf zu achten, wie grausam der Inhalt ist, den sie inzwischen innerhalb ihrer Blogs veröffentlichen. Die ungefähr jede Kooperation mit einem Unternehmen eingehen, die möglich ist. Ne.
    Mag ich nicht. Gelöscht.
  • Menschen, die nur reißerische Überschriften posten.
    Mag ich nicht. Gelöscht.
  • Menschen, die sich im Laufe der Jahre verändert haben und deren Fokus meinem genau gegenüber steht.
    Mag ich nicht. Gelöscht.

Die Liste könnte unendlich verlängert werden. Das lasse ich aber. Denn niemand soll hier gelangweilt werden. Ich weiss, ihr sucht nach den neuen Erkenntnissen dieses Artikels. Das ist ganz einfach: Es gibt keine. Was für einige heute aktuell ist, ist für andere kein bisschen relevant in ihrem Leben. Trotzdem eint uns alle die regelmäßige Überprüfung unseres Selbst in Bezug auf unser digitales Verhalten.

Meinung zu Flüchtlingen geändert: Aber leider nicht in Freital

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Österreich. Ein Fake-Account namens Peter Ruth veröffentlichte auf Facebook folgendes:

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Ich habe einige negative Postings verfasst. Mittlerweile habe ich persönlich mit Flüchtlingen gesprochen. Was ich nicht wusste war, dass deshalb auch so viele Männer aus dem Nahen Osten flüchtendie Tatsache ist, dass sie sonst für den IS kämpfen müssen.Entweder getötet werden oder mitkämpfen. Deshalb will oftmals die Familie, dass die Männer abhauen, damit diese nicht getötet werden oder zu Mördern gemacht werden. Muss meine Meinung komplett ändern. Tut mir leid, dass ich negativ gepostet habe, aber was man nicht wirklich kennt, dass macht einen oft Angst! Es ist gut, dass es Menschen gibt, die zuerst mit Menschen sprechen und nicht vorher Vorurteile haben. Leider bin ich nicht vorurteilsfrei gewesen! Aber es ist gut zu sehen, dass es Menschen gibt, die nicht so sind. Alles Gute!

In den Kommentaren darunter ist zu sehen, dass Peter Ruth angeblich von einem Fake Account gepostet und diesen gelöscht hat.

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Den Account habe ich gestern stillgelegt und am Abend bin ich wieder eingestiegen um das zu schreiben. Ist ein Fake Account! Werde ihn aber komplett löschen! Das was ich geschrieben habe stimmt! Ist aber jetzt egal!

Ehrlich gesagt ist mir das sogar sehr sehr egal, ob das alles Fake ist, ob jemand tatsächlich seine Meinung geändert hat oder nicht. Vielleicht alles nur eine große Show, die aber durch das Teilen und digitale Herumreichen eventuell einige Menschen erreichen könnte, die beim Thema Flüchtlinge noch keine detaillierte Meinung haben und populistische Phrasen nachdreschen.

Alles besser als Freital

Zugegeben reißerisch formuliert und dennoch: Was einige Freitaler und viele Zugereiste in dem kleinen Städtchen von sich geben ist an Plattheit und Dumpfsinn kaum zu überbieten. Am 6. Juli fand in Freital eine Bürgerversammlung zum Thema Asyl statt. Einige TV Sender waren vor Ort, zum Beispiel das ZDF, das hier auf Twitter berichtete:

(Video Direktlink auf Youtube)

Das Protokoll der „Organisation für Weltoffenheit und Toleranz Freital und Umgebung“ liest sich dann so (Fecebook Link):

Hallo und Guten Abend live aus dem Kulturhaus Freital!
19.47: Der Saal füllt sich sehr gut! Nur haben wir ein komisches Gefühl bei unserer Platzwahl.
20.04: Es geht los, wir hoffen mal das alles ruhig bleibt und der Abend klare Antworten der Stadt bringt.
20.06: Kretschmar-Schöpping beginnz die Versammling in Hoffnung auf eine Verbesserung des Stadtansehens. Lassen wir das mal im Raum stehen.
Vor dem Gebäude stehen noch Leute, dir Menge ist deswegen recht aufgebracht.
20.09: Heimleiter Drescher, sowie die Stadträte sind anwesend, Hr. Ulbig hat es damt Sekretär auch hier her geschafft.
20.10: Hr. Ulbricht von der Landeszentrale für politische Bildung kann kaun ausreden, denn sofort kommen Zwischenrufe der „besorgten Bürger“.
20.14: Die angesprochenen Kommentare sind nicht von hoher Intelligenz und es ist Fremdschämen angesagt.
20.16: Die ersten Buhrufe auf den Zwischenruf „kein Mensch ist illegal“! Yeah!
So nebenbei…alle buhen Ulbig aus…sollten sich mal fragen wer ihm gewählt hat.
20:24: So richtig sicher fühlen wir uns hier nicht, gewaltpotenzial vorhanden.
Achja, und das Ausreden lassen üben wir auch nochmal.
20.27: Die ersten Fragen. Wie…intellektuell begrenzt.
20:34: Als „Wixxer“ beschimpft und bepöbelt, verlief die erste Frage der Pro-Asyl Leute.
20.45: Seyfried spricht und es kommt eine Spekulation raus, welch Wunder.
20.48: Erste Antwort: Betreuungsschlüssel. Auf einen Sozialarbeiter kommen 130 Geflüchtete Menschen.
20.51: Ulbig bringt nur Altbekanntes. Er betont die humanitäre Aufgabe. Höflichkeit im Publikum ist noch ausbaufähig.
20.55: Polizei bedankt sich bei allen, dass es bei den Demos friedlich geblieben ist.
21.00: Timba Bar meldet sich zu Wort. Wir sind gespannt.
21.05: Hr. Drescher spricht positiv über die Flüchtlinge. Er sagt klipp und klar das auch sie Menschen sind. Sehr guter Beitrag Hr. Drescher. Wirklich gut gesprochen.
21.09: Ausgebuht und beschimpft, gelebte Demokratie der „besorgten Bürger“.
21.16: Mal wieder, nicht Ausreden lassen. Den Mund verbieten. Gewaltpotential vorhanden. Das ist keine Meinungsfreiheit.
Aber wir haben es klar und deutlich gemacht: es gibt kein ruhiges Hinterland! Kein Platz für Asylfeinde!
21.20: Security zeigt, wo sie steht. Pro Asyl Beitrag wird abgewirkt.
21.22: von unseren Nachbarn kommen verstärkte Gewaltdrohungen.
21.29: und der nächste pro Asyl Beitrag wird Ausgebuht und abgewirkt.
21.35: Der erste Bürgermeister ergreift das Wort, er möchte die Gräben überwinden, er hält an seinem Traum von einem schönen großen runden Tisch fest. Und ist jetzt völlig enttäuscht.
21.45: Herr Seyfried befindet sich wohl noch im Wahlkampf. Einer von den offiziellen weist ihn darauf hin. Geht doch.
21.48: ein großes buhen, als ein weiteres Heim angekündigt wird. Aber sind ja alles keine Rassisten hier, und Kanake ist auch als Kosewort gemeint.
21.51: Stadtrat Wolfram erklärt, dass eine eigene Gesellschaft gegründet wird, um das Geschäft mir Asyl zu verhindern. Aber auch hier ist Frage, wie kommt Freital aus den negativen Schlagzeilen. Keine Sorge vor Rassismus, nein, die negativen Schlagzeilen sind gefährlich.
22.00: zum Abschluss gab es eine gemeinsame Erklärung der Fraktionen. Nicht viel Neues.
22.35: Eine letzten Meldung von uns: Aufrufe zur Gewalt, gegen uns und gegen die Flüchtlinge. Auch das Heim soll brennen, so einige Kommentare der „besorgten Bürger“.

Das Symbol Freital

Aufgepasst: Nichts fällt einfacher, als alle Fremdenfeindlichkeit, alles rechte Gedankengut in ein kleines Städtchen zu verfrachten. Doch Freital ist nur ein Symbol. Freital ist überall und das Schlimmste: Freital findet auf vielen gedanklichen Ebenen statt. Was wir in Freital symbolisch sehen ist nur das Offensichtliche. Das Laute. Das Leise ist immer noch in sehr vielen Köpfen um uns herum. Und leider ist das eben nicht immer so offensichtlich.

Datensicherheit bei Ärzten

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Zum Arzt gehen ist für die meisten ein leidiges Thema. Nach meist langen Wartezeiten bekommt man endlich einen Termin. Die Arzthelfer verteilen die Patienten nach und nach auf die Behandlungszimmer, wo diese dann mehr oder weniger lange auf den Arzt des Vertrauens warten. Jetzt sind Behandlungszimmer total unspannend. Also, was tun? Na ja, vielleicht einfach mal schauen, wen der Doc noch so behandelt. Whaaaaaat? Ich weiss, für euch ist das vielleicht kein Aufreger. Für mich schon. Ey, da kann ich die ganze Behandlungsliste einsehen, welcher Arzt welchen Patienten überwiesen hat. Die Namen der Patienten, etc.

Datensicherheit in Arztpraxen
Datensicherheit in Arztpraxen

Häufig suchen Menschen einen Arzt in ihrem Stadtteil auf, d.h. ich als Patient könnte durchaus, je nach Größe des Stadtteils einige dieser anderen Patienten kennen. Das wäre ja soweit noch nicht schlimm. Was? Nicht schlimm? Vielleicht möchte ich nicht, dass mein Nachbar auf einmal meine Krankenakte kennt. Oder ich seine. Mal ehrlich, was ist so schwierig daran, den Zugang zu persönlichen medizinischen Daten zumindest minimal zu erschweren?

Sobald ein Patient das Behandlungszimmer verlässt wird der Rechner in den Ruhezustand versetzt und kann nur mit einem Passwort wieder angeworfen werden. Vielleicht könnte man das in die Ausbildung integrieren? Oder ist das jetzt wegen der elektronischen Gesundheitskarte sowieso egal?

Habt ihr so eine Situation auch schon mal erlebt? Mir passiert das tatsächlich häufig. Und wo soll man auch hingucken, wenn im Behandlungszimmer nichts anderes als ein Monitor ist?

An CC BCC oder alle: 6 Typen von Mail-Verfassern

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Wer immer Mails nutzt kennt sie: Situationen, in denen man sich fragt, ob das System der Empfänger-Felder im E-Mail Programm der Wahl für alle Menschen verständlich ist? Meine These ist, dass Webseiten-Formulare die Menschen so versaut haben. Wer da nicht alle Pflichtfelder korrekt ausfüllt, landet nach Absenden erneut beim Formular und die noch nicht oder falsch ausgefüllten Felder werden meist rot markiert. ALAAAARM!!!! FEEEEEEEHLER!!!! Los jetzt, alles ausfüllen. Bei E-Mails ist das übrigens ein wenig anders. Man muss nicht alle Empfänger-Felder ausfüllen. Aber wem erzähle ich das?

Die Kunst der E-Mail Persönlichkeiten
Foto: Stéfan / CC BY-SA 2.0

Verplante vs boshafte Menschen

Ob im Freundeskreis, bei der Arbeit oder anderen Anfragen. Jeder von uns hat sich bis eben nicht nur einmal gefragt: Warum bekomme ich diese Mail? Zahlen belegen: Im Jahr 2015 werden voraussichtlich 537,1 Milliarden E-Mails versendet. In Deutschland. Spam ist bereits herausgerechnet. Da jede gute Statistik erst durch persönliche Einschätzungen wertvoll wird, und weil ich diesen Artikel schreiben möchte behaupte ich: Voraussichtlich jede 3. Mail ist dabei fehlerhaft. Das macht 179 Milliarden unnötig versendete Mails. Wir lassen uns gerne zu einer verständnisvollen Position hinreissen, doch es gibt Menschen, die Mails aus ihrem leidigen Wesen heraus absichtlich falsch adressieren. Und dann gibt es noch Menschen wie mich, die einfach jedes Mal die gleichen Dinge in einer Mail vergessen.

6 Typen von Mail Schreiberlingen sorgen für überflüssigen Traffic

1. Herr und Frau Wichtig
Verteilerlisten. In Unternehmen beliebt, von Mitarbeitern nicht selten gehasst. So kann man zum Beispiel einzelne Abteilungen über eine bestimmte Mail-Adresse erreichen. In manchen Fällen gibt es eine Verteilerliste, unter der sogar alle Mitarbeiter eines Unternehmens erreicht werden können. Auf Herr und Frau Wichtig wirkt das magisch. Sie schreiben den unnützesten Unsinn sehr gerne an große Verteilerlisten. So etwas wie „Hey, gehe heute Mittag bei XYZ essen. Wer ist dabei?“ ist sicherlich jedem von euch bereits begegnet. Es sollen sogar schon boshafte Unterstellungen an große Verteiler gesendet worden sein. WTF.

Doch damit nicht genug: Meist findet sich unter den Empfängern mindestens eine Person, die das alles ganz unglaublich überflüssig findet. Und so klickt diese Person auf „Allen Antworten“ um folgende Bitte zu versenden: „Könntest du bitte aufhören Mails zum Mittagessen an den großen Verteiler zu schicken? Danke und Grüße, Herr Wichtiger als du.“ Boah, ihr wisst was ich meine? Die sowieso schon angespannte E-Mail Situation gerät ausser Kontrolle und immer mehr Personen antworten plötzlich an alle. Eine Unmenge sinnloser Mails.

2. Herr und Frau Petze
Diesem Typus kann man durchaus eine gewisse Boshaftigkeit unterstellen. Im Gegensatz zu den „Wichtigs“ der Welt schreiben Herr und Frau Petze an eine Person. Das wäre fast der Idealfall, wenn nicht im CC-Feld weitere Empfänger hinzugefügt würden. Meist sind diese Personen erst mal zu feige eine Mail nur an die betroffene Person zu senden. So würde man ja Fehler/Missverständnisse aus der Welt räumen, ohne dass andere Menschen von diesem Fehler wüssten. Das fänden Herr und Frau Petzte total schade. So werden Menschen vor anderen Freunden, Chefs, Kollegen, Familie, etc. gerne mal bloßgestellt. Absichtlich. Kacke.

3. Herr und Frau Leichtfertig
Meist ist der Anwender die Fehlerquelle. Ob ein Auto-Vervollständigen einer E-Mail Adresse Sinn ergibt mag ich nicht beurteilen. Und dennoch benutzen es einige Menschen. Die Gefahr, dass aus dem Adressbuch ein ähnlicher Name statt des gewünschten Namens verwendet wird ist groß. Und wer überprüft schon am Ende vor dem Versenden der Mail den/die Empfänger?

4. Herr und Frau Vergesslich
Attachments vergessen. Ist mir schon tausend Mal passiert. Irgendwann habe ich mir angewöhnt das Wort „Anlage“ in den Text der Mail zu schreiben, weil Thunderbird mich dann vor dem Absenden automatisch daran erinnert, dass der Anhang fehlt. Total sinnvoll. Vor allem ist der Hinweis im Text der Mail auch für den Empfänger hilfreich. Denn auch die Empfänger der Mails entsprechen den hier genannten Typen. Wenn also Herr Leichtfertig eine Mail mit Anhang erhält kann es durchaus passieren, dass der Anhang nicht wahrgenommen wird.

5. Herr und Frau Komplex
Diese beiden mögen es sehr umfangreich. Dies lässt sich am Text der Mail erkennen. Oft leiten Herr und Frau Komplex auch nur Mails anderer Personen weiter, ohne einen Zusammenhang herzustellen. Ein Teil dieser Weiterleitungsorgie sind Attachments. Wenn ca. 20 Personen Texte und Attachments zu einem Themenkomplex an Frau Komplex mailen, dann lädt sie alle Anhänge herunter und hängt fügt sie einer neuen Mail hinzu. Die 20 Texte kopiert sie ebenfalls in die neue Mail. Am Ende noch ein obligatorisches „Mit freundlichen Grüßen“ und ein Klick auf „Senden“. Boah. Man erwartet also, dass der Empfänger 20 zusammenhangslose Mail-Texte und Attachments wie ein Puzzle wieder zusammensetzen kann.

6. Herr und Frau Besserwisser
Um ehrlich zu sein finde ich Menschen, die viel Wissen in sich vereinen, ziemlich gut. Der Unterschied dieser Menschen zu Herrn und Frau Besserwisser ist, dass erstere nicht zwingend das letzte Wort benötigen. Sie müssen sich nichts beweisen. Und anderen auch nicht. Insofern fällt mein Verständnis für Menschen, die immer wieder auf „Antworten“ klicken ohne dabei etwas Neues zu sagen, sehr gering aus. Die Königsdisziplin für Herr und Frau Besserwisser besteht darin eine „Das letzte Wort haben“ Mail zu verschicken. Mit nur einem Wort.

Wenn zwei Besserwisser aufeinander treffen kann man sich bildlich vorstellen, wie sie sich seit Jahren unnötige Mails senden. Nur weil ihr Wesen nicht anders kann. Sollten sie irgendwann nicht mehr erreichbar sein, verschickt das System automatische Antworten mit zufallsgesteuerten „Letzte Wort“ Texten. Auf immer und ewig. Ihren Autoresponder bestücken sie während ihrer Abwesenheit mit einem „Das sehe ich anders. Können gerne dazu ab 20.08.2069 (Datum der Rückkehr) mailen. Viele Grüße, Name“.

Das Internet könnte viel schneller sein

Weltweit werden 2015 täglich ca. 205 Milliarden E-Mails verschickt. Täglich. Legen wir deutsche Intelligenz zugrunde, so würden weltweit ungefähr 70 Milliarden E-Mails falsch versendet werden. Ebenfalls täglich. Um ehrlich zu sein ist mir der Traffic ziemlich egal.

Was mich viel mehr verwundert ist die Art und Weise, wie wir das Handeln bestimmter Typen einfach so akzeptieren und so tun, als sei das alles völlig normal. Ne, ist es nicht. Und mit Sicherheit ist die Liste der Typen noch nicht fertig. Habt ihr noch weitere Typen hinzuzufügen? Ich ergänze die Liste gerne.

Fleischhauers Absturz des Journalismus am Beispiel des Germanwings Absturzes

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Lieber Jan Fleischhauer,
vielen Dank für Ihre Spiegel Online Kolumne „Wut auf Journalisten: Die da oben schreiben doch eh, was sie wollen„. Mit Sicherheit werden Sie hier nichts lesen, was Sie nicht schon an anderer Stelle gelesen haben. Nur gesammelt.

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Foto: Gisela Giardino / CC BY-SA 2.0

Wikipedia spuckt mir zum Thema Kolumne folgendes aus:

Die Kolumne (von der Kolumne des Drucksatzes, aus lat. columna „Stütze“, „Säule“) bezeichnet in der Presse sowie im Online-Journalismus einen kurzen Meinungsbeitrag als journalistische Kleinform.

Journalistische Kleinform. Das bleibt hängen. Sie nehmen das Germanwings Flugzeugunglück als Aufhänger, um sich an „alternativen Medien“ abzuarbeiten.

Ich erinnere mich an meine Kindheit, als wir an fremder Menschen Türen geklingelt haben. Ein Kinderstreich, wie ihn wohl viele kennen. Jeden Freitag klingelten wir zur gleichen Zeit an den gleichen Türen. Wie kindlich. Wie naiv. Dingdong. Klingeling. Plötzlich reisst ein Mann die Tür auf und verfolgt uns im Sprint. Unsere Gruppe trennt sich und jeder rennt in eine andere Richtung.

Eine halbe Stunde stehen mein bester Freund, dessen Eltern und der fremde Mann vor unserer Haustür. Begleitet werden sie von zwei Polizisten.

In dieser Situation wäre ich nie auf den Gedanken gekommen die Schuld bei anderen zu suchen. Nun stehen vor Ihrer Redaktion sicherlich keine Polizisten und dennoch: Ihre reflexartige Schreibweise legt nahe, dass Sie nicht auf der Suche nach Selbsterkenntnis sind. Sie arbeiten sich an einem Thema ab, das seit Jahren diskutiert wird. Oder sind es bereits Jahrzehnte? Wenn Sie von jedem Smartphone-Besitzer als Berichterstatter schreiben, schwingt eine gewisse Abfälligkeit zwischen den Zeilen, die einen Menschen über einen anderen stellt. Das missfällt mir. Sehr sogar. Da der Text keinerlei humoristische Elemente beinhaltet gehe ich davon aus, dass die Zeilen tatsächlich Ihre Überzeugung spiegeln.

Ihre Meinung mündet in folgender Aussage:

Früher waren „die da oben“ die Politiker oder die Reichen, jetzt sind es auch die arrivierten Journalisten.

Arriviert, ein kleines Adjektiv, das Ihre Haltung verdeutlicht. Denn arriviert beschreibt einen Menschen, der beruflich oder gesellschaftlich aufgestiegen ist. Von welchen arrivierten Journalisten sprechen Sie? Beschreiben Sie sich selbst als arriviert? Sind es alle Spiegel und Spiegel Online Journalisten? Wer bestimmt, ab wann wer arriviert ist? Ist dabei nicht entscheidend, von welchem Blickwinkel man „arriviert“ betrachtet? Das „Oben“ der einen ermöglicht erst das „Unten“ der anderen. Und umgekehrt. Ansonsten wären alle gleich.

Bevor ich weiter abschweife, lassen Sie mich wieder konkret werden. Wenn Sie den angeblichen Absturz des Journalismus thematisieren wirkt das wie eine kindliche Reflexhaltung. Fehler Ihrerseits sind dabei völlig ausgeschlossen. Sie wehren sich gegen den Absturz, indem Sie absurde Artikel „alternativer Medien“ erwähnen, um Berichte „arrivierter“ Journalisten in einem besseren Licht erscheinen zu lassen.

Wir Menschen sind vermeintlich widersprüchliche Wesen. Einerseits wünschen wir uns die restlose und absolute Aufklärung, andererseits die Achtung menschlicher Werte, die unsere Gesellschaft erst funktionieren lässt. Welchen Mehrwert bietet mir der volle Name des Co-Piloten? Wäre es nicht ausreichend nur vom Co-Piloten zu schreiben, auch oder gerade weil Sie wissen, dass Sie die Argumentation mit der historischen Dimension der Tat und der Person des öffentlichen Interesses aus der Tasche ziehen können? Hitler darf man ja auch ausschreiben. Und Fotos darf man auch zeigen. Beim Amoklauf in Winnenden durfte man den Täter doch auch beim Namen nennen. Und Fotos zeigen. Sie sehen, ich bin bei den Beispielen genauso sprunghaft wie Sie in Ihrem Artikel.

Ich bin ein hoffnungsloser Fall, denn natürlich ist mir bewusst, dass Sie in Konkurrenz zu all den anderen „arrivierten“ Journalisten stehen. Auch diejenigen, die außerhalb von Spiegel und Spiegel Online arbeiten. Es ist ein Wettlauf. Wer sitzen bleibt und nur über Fakten berichtet, gerät schnell ins mediale Abseits. Keine Klickstrecke belangloser Bilder ist bei diesem „Ereignis“ zu schade, um Werbeeinnahmen zu steigern. Im click & earn Modus blicken Sie leicht verächtlich auf den sogenannten „Citizen Journalism“ herab, der sich ihrer Meinung nach etwas von der vermeintlichen Medienelite zurückholen will. Was zurückgeholt werden soll bleibt für immer ihr Geheimnis.

Der letzte Schrei bei diesem als Selbstermächtigung gefeierten Bürgerjournalismus sind Livestream-Apps wie Periscope oder Meerkat, die aus jedem mit einem Smartphone einen Berichterstatter machen.

Zählen sie die Journalisten der Bild auch zu den „arrivierten“ Journalisten? Die bezahlen die sogenannten „Citizen Journalists“ für Fotos, die diese vor Ort machen. Und so sind viele Bürger-Reporter unterwegs und schicken Fotos des letzten Unfalls an die Redaktion. Cash für Crash.

Mir liegt es fern Sie zu beleidigen, Sie zu beschimpfen oder ein einziges böses Wort über Sie zu schreiben. Leider haben Sie es versäumt den Vorteil, den ihnen die „alternativen Medien“ aufgelegt haben, zu nutzen. In Ihrer Kolumne begeben Sie sich lediglich auf die gleiche Ebene, wie die von Ihnen erwähnten alternativen Medien. Und vielleicht ist es sogar gut so. Vielleicht dauert der Wandel im Journalismus sehr lange. Ebenso lange benötigt ein Teil der Bürger-Journalisten um zu verstehen, dass ihre Berichte auch einem gewissen Fundament bedürfen.

Eine Kolumne über Berichte diversester Verschwörungstheoretiker zu veröffentlichen halte ich bei allem Respekt für groben Unfug. Denn Sie wissen genauso gut wie ich, dass zwischen den Extremen auch ganz gute Medien existieren, egal ob alternativ oder nicht. Dass Sie am Ende Ihrer Kolumne noch auf den „Internet-Prediger“ Richard Gutjahr zu sprechen kommen komplettiert das Bild Ihrer Kolumne. Sie halten diverse Gedanken fest und was am Ende bleibt ist die Frage, was Sie mir damit sagen wollen.

Sie greifen in Ihrer Kolumne partielle Extreme auf, die über ihren Monitor flatterten. Oder nach denen Sie gezielt gesucht haben? Dass Sie Ken Jebsen nicht namentlich erwähnen, wird Ihnen dieser sehr übel nehmen. Ich übrigens auch, denn so wäre für viele Leser offensichtlich, auf welcher Ebene sich Ihre Kolumne bewegt. Sie hätten ja ernsthaft über den Inhalt des bildblog Artikels „Absturz des Journalismus“ kolumnieren können, entschieden sich dann aber für die einfacherere Variante. Die, die schneller von der Hand geht, falls man das im Journalismus so nennen darf.

Abschließend halte ich fest: Wir sind uns eigentlich total ähnlich. Wir greifen partiell Dinge auf, bringen sie in keinen Zusammenhang und lassen diesen Inhalt auf unsere Leser los. In der Hoffnung dass diese intelligent genug sind unsere wirren Gedanken zu verstehen.

Vielleicht klingeln wir eines Tages gemeinsam an fremden Türen, werden erwischt und erkennen beide unsere Fehler an. Dabei?

Mit feundlichen Grüßen
Kein Journalist

Bild-Leser lachen über Feuer im Flüchtlingscamp

Floyd 5 Kommentare Gedankenfetzen

Gestern veröffentlichte die digitale Bild den Artikel „Feuer im Flüchtlingscamp“. Unter jedem Artikel erfragt Bild die Reaktionen der Leser. Das Ergebnis ist wenig überraschend, auch wenn ich nicht alle Menschen pauschal beurteilen möchte. Immerhin empfanden 58 Leser auch Wut. 173 andere Leser lachten darüber. Kacke, ey.

bild lachen reaktion auf feuer im fluechtlingslager
Screenshot von bild.de

P.S. Die Reaktionen wurden inzwischen vom Artikel entfernt.

(via @LIVEyHEART)