Kindern den Tod erklären – ich habe keine Ahnung
Als Eltern weiss man: der Tag wird kommen, an dem Kinder mit dem Thema Tod in Berührung kommen. Sei es durch eine Geschichte, einen persönlichen “Fall” im Familienkreis, oder andere Erlebnisse. Letzte Woche ist die Uroma der beiden Kinder verstorben. Die Kinder hatten keinen wirklichen Bezug zu ihr, da sie schon sehr lange in einem Pflegeheim lebte und seit der Geburt der Kinder nicht wirklich ansprechbar war. Uroma wurde tolle 93 Jahre alt. Nach einem langen Weg des körperlichen Abbaus sind ihre Lebensfunktionen erloschen. Die Funktionen, die sie so lange bei uns liessen. Nächste Woche findet die Trauerfeier statt und wir gehen als Familie hin. Was passiert mit den Kindern?

Quelle: spreeblick / CC BY-NC-SA 2.0
Equal rights: sang Peter Tosh die größte Anti-Homophobie Hymne?
Die UN-Menschenrechtskommission hat zum Internationalen Tag gegen Homophobie das Video “The Riddle” veröffentlicht. Da mir die sexuelle Gesinnung von Menschen egal ist, finde ich diesen Satz im Video sehr spannend:
…Together we will build a world that is free and equal…

Sind wir doch mal ehrlich: erstens ist dieser Satz was für Gutmenschen, und zweitens wird es immer Menschen geben, mit denen man nicht klar kommt. Dies liegt aber nicht an der sexuellen Orientierung der Menschen, sondern ganz simpel daran, dass man eben mit jemandem nicht klar kommt.
Da bedarf es keiner eskalierenden Situationen und man muss sich dabei auch nicht beschimpfen. Aus meiner Sicht reicht es völlig aus, sich aus dem Weg zu gehen. Das liegt nicht daran, dass ich Auseinandersetzungen scheue, aber ich würde mich gerne mit positiven Gedanken beschäftigen.
Worauf ich hinaus möchte: ich höre sehr gerne Reggae und da sind ab und zu homophobe Texte zu hören. Oftmals ist es sprachlich so gut verpackt, dass man nicht sofort erkennt, dass es sich um Homophobie handelt. Ob man das hören möchte kann man selbst entscheiden und so halte ich das auch. So Zeug höre ich mir einfach nicht an. Punkt.
Die persönliche Erkenntnis an obigem Zitat aber ist, dass es genauso gut von Peter Tosh oder sehr vielen anderen jamaikanischen Musikern stammen könnte. Dass jeder Mensch sich nach Freiheit und Gerechtigkeit sehnt, weil er sich benachteiligt fühlt. Benachteiligt in seiner ganz eigenen menschlichen Situation. Insofern hat Peter Tosh mit “Equal rights” damals eine der größten Anti-Homophobie Hymne gesungen, die es jemals gab. Wie sinnlos wäre es, gleiche Rechte und Gerechtigkeit für schwarze Menschen zu fordern, diese aber nicht heterosexuellen Menschen abzustreiten.
Im Grundsatz haben wir Menschen den Wunsch nach einer freien und gerechten Welt. Alle Menschen sind gleich. Menschen sollten nicht wegen ihrer Hautfarbe oder ihrer sexuellen Neigung benachteiligt werden. Menschen mit Beeinträchtigung sollten nicht benachteiligt werden. Weitere Beispiele darfst du gerne hier einsetzen.
Und jetzt? Tja, jetzt merken wir, dass es doch wieder nur an uns Menschen liegt. Wir selbst sind die Veränderung, die wir gerne sehen würden. Wir, das bist du, du, du und du auch und ich. Und wir müssen es schaffen, dass Probleme und jegliche Form von Unterdrückung oder Benachteiligung global zu sehen ist. In diesem Sinne ein schönes Wochenende.
Die Sache mit den Drogen
Mein Gefühl sagt mir bei diesem Video: das ist toll gespielt und eine Anti-Drogen Kampagne. Keine Ahnung warum, aber im Netz kursiert das Teil unter dem Namen “An Exciting Trip to Walmart”. Ich fände es übrigens viel interessanter, ohne auf das Drogenthema an sich eingehen zu wollen, wenn Menschen in nüchternem Zustand auch so einkaufen gehen würden. Das würde so manchen Laden ganz schön aufwerten. Oder stell dir vor auf der Straße würden auf einmal Menschen an dir vorbeitanzen, beschwingt und glücklich. Ich finde “Abspacken” manchmal total befreiend. Also nüchtern spacken.
Syrien: 30 Minuten Kriegsberichterstattung
Zuerst habe ich lange überlegt, ob ich dieses Video zeigen soll. Natürlich ist mir bewusst, dass die meisten Menschen Spaß lieben, da passt ein Thema wie Krieg nicht zwangsläufig ins Bild. Das Video enthält Bilder von verwundeten und getöteten Menschen. Zugegeben, ich bin in Bezug auf Syrien nicht wirklich gut informiert, aber ich kann sagen, dass ich Krieg verabscheue. Angriff, Gegenangriff, Menschen sterben. Jeden verdammten Tag. Nicht nur in Syrien. Und ich bleibe sprachlos und mit Tränen zurück, im Bewusstsein, dass diese Menschen jeden Tag das Wertvollste verlieren, was sie besitzen: ihr eigenes Leben, ihre Familien, ihre Verwandten, ihre Freunde, ihre Gemeinschaft. Das macht mich so unendlich traurig. Stille. Gedanken.
Individualisten unerwünscht – bin ich jetzt erwachsen oder nicht?
In letzter Zeit laufen ein paar wirre Gedanken durch meinen Kopf, die ich nicht wirklich gut organisiert bekomme. Und nein, es ist keine Midlife Crisis oder ähnliches, lediglich punktuelle Eindrücke, die ich gerne festhalten möchte. Wundert euch also nicht, wenn in diesen Eindrücken kein roter Faden zu erkennen ist.

Weinendes Kind: D. Sharon Pruitt / CC BY 2.0
Jugendliche bedrängen Trott-war Verkäufer: wie respektlos kann man bitte sein?
Am Freitag abend lief ich um 18 Uhr zur S-Bahn Haltestelle “Stadtmitte”, um nach Hause zu fahren. Auf dem Weg zur S-Bahn stand ein älterer Mann, ungefähr 60 Jahre alt und verkaufte den “Trott-war”. Von weitem sah ich, dass 3 Jugendliche vor dem Mann standen. Der Tonfall war sehr laut. Ich blieb in sicherer Entfernung stehen und beobachtete die Szene.
Je länger ich da stand, um so seltsamer wurde die Szenerie. Der Mann, ich nenne ihn jetzt mal Olaf, war gerade dabei, den Verkaufstag zu beenden. Irgendwann begann einer der Jugendlichen, Olaf am Arm zu berühren und ein wenig unsanft zu schieben. Eine absurde Szene. Für mich stand die Welt still, während Unmengen an Menschen in ihrer Hektik zur Bahn liefen oder von dort kamen. Freeze. Was tun?

Motiv aus der aktuellen und sehr gelungenen Trott-war Kampagne
Amazon und niemand ahnte was
Gestern lief in der ARD die Dokumentation “Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon“. Bereits 2011 hatte der Konzern angeblich eine Lücke im Sozialgesetzbuch ausgenutzt, um vor allem in der Vorweihnachtszeit viele “Mitarbeiter” unter einer “Maßnahme zur Aktivierung und berufliche Eingliederung” zu beschäftigen. Für umme. Nichts. Nada. Rien. Null. Nix.

Screenshot Amazon Webseite – Dokumentation “Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon”
Der damalige “Vorfall” zeigte bereits die auf absolute Gewinnmaximierung ausgelegte Unternehmensstruktur. Wird Amazon nach der Dokumentation Schaden nehmen? Nein. Wird es Amazon interessieren? Nein. Während im kleinen Deutschland gerade ein kleines Stürmchen der Wut ausbricht, geniesst Amazon in Amerika allerhöchstes Ansehen, noch vor Apple. Manchmal könnte man ob all dieser Meldungen nur noch kapitulieren. Bei Amazon kaufen wegen ein paar Euro Ersparnis oder schnellem Lieferservice.
Bitte versteht mich nicht falsch, mit ist durchaus bewusst, dass es sehr viele Menschen gibt, die auf jeden Cent achten müssen. Wo aber etwas billiger ist, geht die Ersparnis sehr oft auf Kosten Bezahlung der Arbeitnehmer/Leiharbeiter. Das bin ich nicht länger bereit zu akzeptieren. Ich für meinen Teil habe jetzt zumindest hier im Blog die paar Amazon Partnerlinks zu Büchern rausgenommen. Aus dem Partnerprogramm werde ich mich auch abmelden. Nicht die Welt, aber irgendwo muss man ja anfangen.
Hier noch der Link zur Sendung in der ARD Mediathek.
Das mit den Nazis und den Sicherheitsfirmen ist eigentlich das viel schwerwiegendere Thema. Als Randnotiz jedoch zu wichtig. Gerade erst beim René drüben entdeckt, für gut befunden, selbst unterstrichen und einfach mal hier raubkopiert:
…, dass mutmaßliche Nazis von Sicherheitsfirmen als externe Dienstleister beschäftigt werden, um die Arbeiter einzuschüchtern. Nun kann man das Leiharbeitsprinzip halbwegs damit erklären – nicht entschuldigen! –, dass neoliberale Exceltabellendeppen von den sogenannten Volksparteien seit drei Jahrzehnten wirtschaftliche Realitäten geschaffen haben. Nicht erklärbar ist allerdings der Einsatz von Nazi-Sicherheitskräften in Thor Steinar-Hoodies…
In diesem Sinne wünsche ich mir nur, dass





